Die Geschichte der FF Wartberg von 1886 bis heute PDF Drucken

 

Die Gründung

Zur Gründung eines freiwilligen Feuerwehrvereines fand im Dezember des Jahres 1885 im Hoffleischhackers Gasthaus eine Sitzung statt. Von der Gemeindevorstehung wurde das Ansuchen um Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wartberg ob der Aist bei der k.k. Staathalterei in Linz vorgelegt, welches auch mit Erlass vom 12. Jänner 1886, Ze 16217 bescheinigt wurde.

Die k.k. Bezirkshauptmannschaft Perg genehmigte die Statuten am 23. Jänner 1886, Zl.961.

Zur Bestreitung der nun entstandenen Auslagen für Feuerwehrausrüstung usw. genehmigten die Vertretungen der Ortsgemeinden Wartberg ob der Aist und Untergaisbach am 29. Jänner 1886 eine Sammlung in den beiden Gemeinden.

Nach mündlicher Überlieferung fanden sich schon vor den Jahren 1840 in Wartberg ob der Aist einige beherzt und ideal veranlagte Männer zusammen, welche sich die Aufgabe gestellt hatten, bei Ausbruch von Bränden und anderen Elementarereignissen helfend einzuschreiten. Mit den einfachsten Feuerlöschgeräten musste diese Feuermannschaft bei Bränden arbeiten, und erst im Jahr 1850 erhielten sie eine alte hölzerne Spritze ohne Saugvorrichtung, welche in früheren Jahren auch als Herrschaftsspritze in Schloß Haus verwendet wurde.

So leistete diese Feuermannschaft nicht nur in der Pfarrgemeinde Wartberg ob der Aist, sondern auch in den umliegenden Gemeinden in aufopferungsvollster Weise bei Ausbruch von Bränden usw. Hilfe.

GRUPPENFOTO 1900

Nach § 49 Abs. 1 des Gesetzes vom 15. Dezember 1937 über Brandverhütung und Brandbekämpfung wurde der Verein „Freiwillige Feuerwehr“ ausgelöst und konstituierte sich als „Körperschaft öffentlichen Rechtes“. Am 14. August 1938 fand im Grandls Gasthaus (Bachinger) die Jahreshauptversammlung statt. Da nach dem Deutschen Feuerpolizeigesetz in einer Gemeinde nur eine Feuerwehr bestehend durfte, die Gemeinden Wartberg ob der Aist und Untergaisbach aber der Marktgemeinde Pregarten angeschlossen worden waren, wurde die Freiwillige Feuerwehr Wartberg ob der Aist aufgelöst. Es wurde ein Löschzug der Gemeindefeuerwehr Pregarten gebildet. Mit diesem Tag endete auch die Geschichte eines mehr als 50 jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Wartberg ob der Aist mit ihren Arbeiten und Opfern für die Allgemeinheit.

Josef Treu war seit 8. Mai 1927 Feuerwehrführer und fungierte als solcher bis zur Auflösung der FF Wartberg ob der Aist am 14. August 1938 infolge der Zusammenlegung der Wehren in die Gemeindefeuerwehr Pregarten.

GRUPPENFOTO 1930


Die Kriegsjahre

Bei dem aus der Freiwilligen Feuerwehr Wartberg ob der Aist entstandenen Löschzug der Gemeindefeuerwehr Pregarten fungierte Kamerad Treu als Löschzugführer. Nach dem Zusammenbruch des Großdeutschen Reiches im April 1945 wurde Wartberg ob der Aist wieder eine selbstständige Gemeinde, und auch die Feuerwehr begann wieder ihr Eigenleben. Am Pfingstmontag 1945 in den Abendstunden wurde der Besitz des Josef Loritz in Arnberg von russischen Besatzungssoldaten in Brand gesteckt. Dies war der Anlass zur Wiedergeburt der Feuerwehr Wartberg ob der Aist. Kamerad Koppensteiner Adolf ergriff die Initiative und fuhr mit wenigen Männern zur Brandbekämpfung.

In der Umgebung von Pregarten hatten sich die mil. Verbände der Deutschen Wehrmacht, darunter befand sich auch die Feuerpolizei (Feuerwehr), aufgelöst und viele Geräte und Armaturen zurückgelassen. Dies wurde von den Feuerwehren benutzt, ihren Bestand zu ergänzen. Desgleichen wurde ein Wehrmachtsauto („Phänomen“) versteckt gehalten und in weiterer Folge vom Schmiedmeister Alfons Blasenbauer und Wagenmeister Johann Mairhofer zu einem Rüstfahrzeug für die FF Wartberg umgebaut. Dies Fahrzeug stand bist zum Jahr 1962 im Dienste der Feuerwehr.

 

Nachkriegsjahre - Neuordnung

Die Neuordnung der Feuerwehren trat erst 1948 ein. 1. Obmann der FF Wartberg ob der Aist war Alfons Blasenbauer. In späterer Folge (1949), als Feuerwehrwahlen auch im Mühlviertel – das Bundesland Oberösterreich war durch die Besatzungsmächte in eine südliche und eine nördliche Hälfte geteilt – möglich waren, wurde Zimmermeister Kern Johann, Arnberg, zum Obmann gewählt. Herr Johann Kern war dann Kommandant der FF Wartberg bis 30. Mai 1958.

Am 31. Mai 1958 wurde der Gastwirt und Lagerhausangestellte Josef Bachinger zum Kommandanten gewählt. Unter seinem Kommando wurde ein neues Zeughaus gebaut sowie ein neues Löschfahrzeug und eine neue Motorspritze angeschafft. Kommandant Josef Bachinger wurde am 5. Oktober 1968 zum Abschnittskommandanten des Abschnittes Pregarten gewählt.

GRUPPENFOTO 1960


Die 70er und 80er Jahre

Im Jahr 1976 wurde die Feuerwehr mit Funkgeräten ausgerüstet. Brandrat Bachinger führte die Feuerwehr bis zum Jahr 1978, wo dann Leopold Brandstetter die Feuerwehr übernahm. Durch die Großzügigkeit der Wartberg Bevölkerung kam es dann im Jahr 1979 zum Kauf eines gebrauchten Tanklöschfahrzeuges.

GRUPPENFOTO 1977

Am 16. August 1982 kam es nach Zurücktreten des Abschnittskommandanten Brandrat Bachinger zur Neuwahl. Als Nachfolger folgte Kommandant der Feuerwehr Wartberg ob der Aist, Leopold Brandstetter. Um bestens Ausgerüstet zu sein, wurde im selben Jahr ein gebrauchtes KDO-Fahrzeug von der BTF Steyrermühl angekauft und die Ausrüstung um ein Notstromaggregat erweitert.

GRUPPENFOTO 1983

Im Jahr 1984 wurde im Keller des Zeughauses ein Schulungsraum eingerichtet und im Zuge dieser Einrichtung eine Zentralheizung installiert. Ein vom Roten Kreuz gekaufter VW-Bus wurde wieder zum KDO-Fahrzeug umgebaut und weiters wurde ein neues TLF-A 200 auf Steyr 12S21 im Jahr 1987 in Dienst gestellt. In den Jahren zwischen 1981 und 1987 standen der Feuerwehr Wartberg ob der Aist durchschnittlich 67 Aktiv-Mitglieder und 17 Reserve-Mitglieder für Einsätze jeglicher Art zur Verfügung.


Die 90er Jahre bis 2010

1988 standen wieder Neuwahlen des Kommandanten an, zu welchem Kamerad Johann Wizany gewählt wurde. Unter seiner Leitung konnten im Jahr 1990 2 Bauhofgaragen für Feuerwehrzwecke adaptiert werden. Diese beiden Garagen wurden unter Mithilfe aller Feuerwehrkameraden in zusätzliche Feuerwehrgaragen umgebaut. Die Feuerwehr Wartberg ob der Aist konnte vom Jahr 1988 bis zum Jahr 1993 durchschnittlich 79 Mann zum Aktiv-Mitgliederstand und 17 Mann zum Reserve-Mitgliederstand zählen.

Kamerad Heinrich Schützender wurde im Jahr 1993 zum Feuerwehrkommandanten der Feuerwehr Wartberg gewählt. Im selben Jahr wurde ein Ford Transit zu einem KDO-Fahrzeug umgerüstet. Das Feuerwehhaus bekam 1996/1997 durch Erneuerung des Estrichs bzw. Mal- und Anstricharbeiten wieder ein perfektes inneres und äußeres Aussehen. Im Mai 1997 wurde ein Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung LFB-A1angekauft, welches den Opel-Blitz ablöste.

2000/2001
wurden unter Leitung des Feuerwehrkommandanten Heinrich Schützeneder einige Adaptierungsarbeiten durchgeführt. Das Feuerwehrhaus wurde durch Wandmalerei (Feuerwehrspruch) innen verschönert, die Funkzentrale, der Schulungsraum und die Sanitäreinrichtungen wurden neu errichtet. Im Jahr 2001 wurde die Feuerwehrjugend wieder ins Leben gerufen und es wurde die erste Feuerwehrfrau in die Feuerwehr aufgenommen.

Vom Jahr 1993 bis zum Jahr 2002 hatte die Feuerwehr Wartberg ob der Aist einen Aktiv-Mitgliederstand von durchschnittlich 83 Mann und einen Reserve-Mitgliedsstand von durchschnittlich 19 Mann. Heinrich Schützender führte die Feuerwehr bis zum Jahr 2003, wo dann Ing. Harald Dobusch das Amt des Feuerwehrkommandanten übernahm. Unter seiner Leitung wurde durch Mithilfe einiger engagierter Feuerwehrmänner im Jahr 2004 ein Carport, für den neu angekauften MTF, an das Feuerwehrhaus angebaut. Ende 2005 fand ein Architektenwettbewerb für den Zeughausneubau statt, welches 2010 eröffnet werden soll.

 
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